German poem
Im Nachen
by Ernst Scherenberg (1839–1905)
„Nun raste, treuer Nachen, Nach athemloser Flucht! Mein heimlich Glück nun berge, Du dämmerstille Bucht!“
Der Jüngling, hocherglühend, Zieht leis’ das Ruder ein – Die Maid vor ihm erschauert Und schweigt in süßer Pein.
Zum ahnungsvollen Herzen Drängt stockend all ihr Blut; Von ihrem Schooß die Rose Entgleitet in die Fluth.
Sie kommt sich wie umsponnen Von Märchenzauber vor – Da dringen heiße Worte Wie traumhaft an ihr Ohr.
Sie lauscht – wie warmer Lenzhauch Sich’s über sie ergießt – Sie glüht und gleicht der Blume, Die zitternd sich erschließt. – –
Nun, Nachen, such’ dir selber Durch’s Schilf verschwieg’nen Lauf! – Zwei jungen Menschenherzen Blüht lichter Frühling auf.