German poem
An Ernst Stadler
Ich grüße dich in der Ferne, ich begrüße deine weit spannende Nähe! Du, den ich nicht kenne. Aber ich sehe und erkenne hell deine ziehende Stimme Hin durch die Abendzonen meines frühen Grams:
Die braunen Länder, die von Wolken triefen, Sind noch vom Weilen meiner Füße jung, Von Wünschen schwebend noch, die leuchtend aus mir riefen, Neu wie das Meer, das sich dahinter weitet, Darüber noch von jüngster Fahrt beschwingte Dünung kreisend gleitet.
Meine Stimme, in deine Bezirke verschlagen, Ward ergriffen, begriffen von dir Und reif und gereinigt mir zugetragen.
In mancher Stunde verwitterter Nacht, Bevor ich wußte von deinem durchbluteten Wesen, Habe ich dich erdacht und lebendig gemacht Und deine Bruderverse mir vorgelesen.
Und als ich dich sah, atmend nah, hell und zu glühenden Worten gekühlt, Wußte ich: Alles ist da! Alles lebt, was man mit Wünschen erfühlt!
III.