Versos German Ernst Ziel Kein Elternhaus mehr

German poem

Kein Elternhaus mehr

by (1841–1921)

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Nun hegt auf dem Herde, Wo hold ich die Tage Der Kindheit verträumte, Die Flamme ein Fremder. Ich segne in Wehmuth Sein Walten und Wohnen Im Haus meiner Väter Und grüß’ ihn von ferne. Mir aber, mir wandern Die düstern Gedanken Verwehrte Wege Zu Gräbern des Glückes, Als wäre mir Wonne Und Liebe und Leben Verschüttet, verschollen, Es meldet das Märchen: Wenn schon sich umschattet Im Schauer des Todes Die sinkende Wimper, Dann wandle noch einmal Vorm bangenden Geiste Das Bildniß der Jugend In Rosengewölken Wie winkend vorüber. O, gäbe ein Gott mir, Im Scheiden zu schauen Dich, sehnsuchtgesuchtes Asyl Meiner Kindheit! Dann pflanzt’ ich und pflückt’ ich Wie sonst wohl im Sommer Reseda und Rosen Auf blumigen Beeten Im Garten der Eltern. Durch schattige Gänge Käm’ sinnend geschritten Die sorgende Mutter. Sie legte mir leise Auf’s Haupt wohl die Hände Und lächelte linde, Mich segnend in Sanftmuth. Wohl schaut’ ich in’s liebe, Verehrte Gesicht ihr Beseligt noch einmal Und schlösse die Augen Und schliefe hinüber, Hinüber in Schweigen.