German poem
_Das Jüngere Hildebrandslied._
by F. Max Müller (1823–1900)
[Scherer D. 128, E. 119.]
Aus einer Sammlung, die noch andere bänkelsängerische Umdichtungen älterer Volkssagen enthält (Ortnit, Wolfdietrich, Etzels Hofhaltung, Ecken Ausfahrt, Riese Sigenot, Dieterich und seine Gesellen, Zwerg Laurin, den Rosengarten, das Meerwunder, und Herzog Ernst). Sie wurde 1472 von einem Franken Caspar von der Roen angelegt und heisst nach ihm ‘das Heldenbuch Caspars von der Roen.’ Herausgegeben in Von der Hagen und Primisser ‘Der Helden Buch in der Ursprache’ (Berlin 1820-25) Th. 2.
DER VATER MIT DEM SOHN.
‘Ich solt zu land ausreiten’ sprach meister Hildeprant, ‘das mir vor langen zeiten die weg warn vnbekant; fan Pern in landen waren vil manchen lieben tag, das ich in dreissig iaren fraw Gut ich nie enpflag.’ ‘Wolstu zu land ausreiten’ sprach hertzog Abelan, ‘so kom dir pald peizeiten ein degen also schon: das ist dort auf des Perners marck der iunge Hildeprant: werstu santtzwelft in harnisch starck, von im wirst angerant.’ ‘Ist er mit reiten den als wilt aus seinem vbermut, ich verhaw im pald sein grunen schilt: es tut im nymer gut; ich verschrot im sein geschmeide mit einem schirmeschlagk, das er seinr muter seite ein iemerliche clag.’ ‘Nein’ sprach Diterich von Peren, ‘Hilprant, des ich nit wolt. las reiten in gar geren: dem iungen pin ich holt; vnd sprich im zu ein freuntlich wort wol durch den willen mein: ich weis das er es gerne hort als lieb als wir im sein.’ Hiltprant der sprach mit siten ‘werlich, das det mir ant; sölt ich den degen piten, das wer mir ymer schant. e wolt ich mit im fechten: des kunt er nit denpern; mit allen meinen mechten: villeicht so tut ers gern.’ Do nun der alt Hilprande durch den rossengartn ausreit ind marck des Perners lande, kom er in gros arbeit: wol von dem iungen mit gewalde do wurd er angerant: ‘nun sag du mir, du alder, was suchst in dissem lant? Dein harnisch lauter vnd helle alsam dein zechen sint: du machst mich, degen schnelle, mit gesehenden augen plint. du solst pas haben dein hute doheinen dein gemach pei einer heissen glute.’ der alt der lacht vnd sprach: ‘Solt ich doheim beleiben vnd haben gut gemach? vil streitens mussz ich treiben: das machet mich oft schwach; in Walhen vnd in Vnger geriten manch herfart: des glaub du mir, du iunger, darvmb grabt mir mein part.’ ‘Dein part wil ich ausrauffen: das müst du sehen an; das dir das plut mussz lauffen vnd auf dem harnisch stan. dein harnisch vnd dein grünen schilt den mustu mir auch geben, vnd mein gefangen, ob du wilt, wiltu icht lenger leben.’
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Do man vil freuden pflage mit aller köstlichkeit, an dem virtzehenden tage, der alt sich do bereit vnd besteltt an dem hoffe was im misfallen was mit ritern, knechten, graffen, das es darnach stund pas. Sie het irn hoff alleine, fraw Gut vnd auch ir sun. der alt Hilprant gemeine, der must zu hoff sein nün inn Lamparten zu Pern; dohin stund im sein syn, er gesegnet sie in ern vnd reit domit dohin; Vnd kom genn Pern geriten: do was er lieb vnd wert, vnd heten kaum erpiten, sie fragten was er hert: er sagt wies gangen were des las wir auch darvon vnd singen dovon nit mere. got wol vns peibestan.
(29 lied hat das geticht der vater mit dem sun.)