German poem
Stimmen des Tages
by Ferdinand von Saar (1833–1906)
Lang war die Nacht; wie auf stygischem Nachen Hab' ich schlaflos gerungen, gebüßt – Seid jetzt, um mich her im ersten Erwachen, Seid mir, ihr Stimmen des Tages, gegrüßt!
Seid mir gegrüßt, früh rasselnde Wagen, Emsige Schritte, die Gasse entlang; Du übertönst jetzt des Holzwurms Nagen, Weckender Morgenglockenklang.
Schon mit dem dämmernden Strahl vor dem Fenster, Zwitschert der Sperling, fröhlichen Bluts – Sonne, du nahst, verscheuchend Gespenster, Heilige Quelle des Lichts und des Muths!
Lang war die Nacht; wie auf stygischem Nachen Hab' ich in schweigendem Dunkel gebüßt – Seid jetzt, um mich her im ersten Erwachen, Seid mir, ihr Stimmen des Tages, gegrüßt!