German poem
Dreyhundert und zweytes Sonett: [Herrinn, du, unserm Urquell angeschlossen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Herrinn, du, unserm Urquell angeschlossen In Lust, wie's ziemet deinem frommen Sinnen, Erhöht zu glorreich lichten Thrones Zinnen Von bess'rem Schmuck, als Purpur, Perl', umflossen, O Frauenwunder, hehr, ohne Genossen, In seinem Blick, dem nichts da kann entrinnen, Siehst meine Treue du, mein reines Minnen, Um das ich Tint' und Thränen viel vergossen; Und merkst, daß gegen dich mein Herz auf Erden, Wie jetzt im Himmel; daß ich nie begehrte Andres von dir, als deiner Augen Sonnen. Zu enden drum des langen Kriegs Beschwerden, Drob hinnen ich allein nach dir mich kehrte, Fleh', daß bald Theil ich hab' an euren Wonnen.
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