German poem
Einhundert sieben und dreyßigstes Sonett: [Amor gab freundlich-strengem Arm mich eigen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Amor gab freundlich-strengem Arm mich eigen, Der tödtlich faßt; und Schmerzen zwiefach schalten, Wird Klage laut. Drum wie ich's stets gehalten, Ist's besser wohl, sterben in Lieb' und schweigen. Beeistem Rheine müßte Gluth erzeugen Ihr Aug' und jede harte Rinde spalten, Und ihrer Schönheit gleicht ihr stolzes Walten, Daß ihr mißfällt, gefällig sich zu zeigen. Nicht kann mit aller Einsicht je ich heben Den schönen Demant, der ihr Herz versteinet; Das Andr' ist Marmor, athmend, lebensrege. Doch wird sie nie mit allem Widerstreben Verwehren mir, wie finster sie erscheinet, Daß Hoffnung ich und süße Seufzer hege.
More by Francesco Petrarca
- Einhundert sechs und siebenzigstes Sonett: [Der Freud' am Traum, im Schmachten Lust ich finde]
- Einhundert sechs und vierzigstes Sonett: [Wohl magst du, Po, forttragen meine Rinde]
- Einhundert sechs und zwanzigstes Sonett: [Amor und ich verwundernd nach ihr schauen]
- Einhundert sieben und achtzigstes Sonett: [Wenn Liebestreu', ein Herz, das sonder Lügen]
- Einhundert sieben und fünfzigstes Sonett: [Wie Gott anschauen ist das ew'ge Leben]
- Einhundert sieben und neunzigstes Sonett: [O Kämmerlein, ein Port mir sonst nach Tagen]
- Einhundert sieben und sechszigstes Sonett: [Mein Glück und Amor hatten mir bescheeret]
- Einhundert sieben und siebenzigstes Sonett: [Huld, die der Himmel Wen'gen gibt zu eigen;]