German poem
Einhundert und siebenzigstes Sonett: [Seele, die du von so verschied'nen Dingen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Seele, die du von so verschied'nen Dingen Siehst, hörst, ließt, sprichst und schreibst und denkest innen, Ihr, meine Blick', und du vor andern Sinnen, Der frommes Wort in's Herz du lässest dringen, Wie ungern hättet ihr die Pfadesschlingen Betreten, vor und eh', wo Nebel spinnen, Konntet ihr die zwey Lichter nicht gewinnen, Nicht liebe Spuren, die voraus euch gingen! Nun mit so hellem Licht, solchem Geleite Wird sonder Irrsal kurze Bahn durchschnitten, Daß sie für ew'ge Wohnung uns bereite. Ring' auf, mein schwacher Muth, zum Himmel, mitten Durch Ihres süßen Zornes Nebel schreite, Folgend dem Himmelsstrahl, den frommen Tritten.
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