German poem
Einhundert und siebenzehntes Sonett: [Kein müder Schiffer je zum Hafen flüchtet]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Kein müder Schiffer je zum Hafen flüchtet Von wild durchstürmter Wogen finstern Gleisen, Wie ich aus düstrer Bilder trüben Kreisen, Wohin mich groß Verlangen spornt und richtet. Noch ward kein sterblich Auge so vernichtet Von Himmelsglanz, wie meins vom hehren Gleißen Aus schönem, süßen, milden Schwarz und Weißen, Wo Amor goldet seine Pfeil' und lichtet. Geköchert seh' ich ihn, nicht mit der Binde, Außer was Scham verhüllt, mit nacktem Leibe, Ein Kind mit Flügeln, nicht gemahlt, lebendig. Was Vielen dunkel, zeigt er mir inwendig, Daß Theil für Theil im schönen Aug' ich finde, Was ich von Liebe red' und was ich schreibe.
More by Francesco Petrarca
- Einhundert und sechstes Sonett: [Du Haus des Zorns! o Born du der Bedrängniß!]
- Einhundert und sechszehntes Sonett: [Was machst, was denkst du, Geist. Wird's Friede geben]
- Einhundert und sechszigstes Sonett: [Die holde Luft, die rings erhellt die Höhen]
- Einhundert und siebentes Sonett: [Je sehnsuchtsvoller ich die Flügel breite]
- Einhundert und siebenzigstes Sonett: [Seele, die du von so verschied'nen Dingen]
- Einhundert und viertes Sonett: [Möcht' Himmelsflamm' auf deine Locken träufen]
- Einhundert und vierzehntes Sonett: [Der Wille, so mich mit zwey feur'gen Sporen]
- Einhundert und vierzigstes Sonett: [In strengem Stern war (wenn, wie Mancher denket]