German poem
Neun und achtzigstes Sonett: [Hier, mein Sennucio, wo zur Hälft' ich weile]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Hier, mein Sennucio, wo zur Hälft' ich weile, (O wär' ich ganz und Jahr vergnügt zu finden!) Bin ich vor Ungewitter und vor Winden, Die plötzlich tobten, hergeflohn in Eile. Vernehmet hier, wo Schutz mir ward zu Theile, Warum nicht mehr mich schreckt der Blitze Zünden; Warum besänftigt nicht in Herzens Gründen Die Gluth, geschweig' erstickt, zum kleinsten Theile. Gelangt kaum zu der Liebe Königssitze, Wo Laura einst, die Reine, ward geboren, So Stürme zähmt, Gesetze gibt dem Blitze, Hat Amor, wo sie waltet, mir im Herzen Die Flamm' entzündet und die Furcht beschworen. Was thät' ich, säh ich ihrer Augen Kerzen?
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