German poem
Neun und sechszigstes Sonett: [Die schöne Donna, der mit treuem Minnen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Die schöne Donna, der mit treuem Minnen Du zugethan, ist schnell von uns geschieden, Gestiegen, hoff' ich, zu des Himmels Frieden; So süß, so lieblich war ihr Thun und Sinnen. Zeit ist's, die Schlüssel wieder zu gewinnen Zum Herzen dein, die sie besaß hienieden, Und graden Pfads zu folgen ihr. Ermüden Mag fürder dich kein irdisches Beginnen. Nun du erlediget der größern Mühen, Kannst leicht du von dir werfen all' die andern, Und als ein led'ger Pilgrim weiter ziehen. Wohl siehst du nun, wie alles, was geboren, Zum Tod' enteilt, wie zu den finstern Thoren Der Seel' es Noth thut frey und leicht zu wandern.
More by Francesco Petrarca
- Neun und achtzigstes Sonett: [Hier, mein Sennucio, wo zur Hälft' ich weile]
- Neun und dreyßigstes Sonett: [Wenn irgend Gluth in Gluthen nicht verschwindet]
- Neun und fünfzigstes Sonett: [Ich bin so müde unterm Druck der Sünden]
- Neun und neunzigstes Sonett: [Nun, da der Weg der Gnaden mir verwehret]
- Neun und siebenzigstes Sonett: [Wohl weiß ich, daß zum Raube wir gegeben]
- Neun und vierzigstes Sonett: [Weh mir, der ich einst schlecht mich vorgesehen]
- Neun und zwanzigstes Sonett: [Orso, nie schmerzen so mich See und Flüsse]
- Neuntes Sonett: [Glorwürd'ge Säul', o uns'rer Hoffnung Stütze]