German poem
Neun und vierzigstes Sonett: [Weh mir, der ich einst schlecht mich vorgesehen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Weh mir, der ich einst schlecht mich vorgesehen Am Tag', als Amor kam, mich zu bekriegen, Der Schritt für Schritt zum Herrn emporgestiegen Von meinem Leben und besetzt die Höhen! Ich glaubt', es könne nimmermehr geschehen, Nie könne seiner Feile je erliegen Gestählten Herzens Kraft, und so versiegen; So pflegt's dem, der sich überschätzt, zu gehen! Alle Vertheid'gung kommt von jetzt zu späte, Als, zu versuchen, ob Amor bemerke Mehr oder minder sterbliche Gebethe. Nicht bitt' ich jetzt, noch wär' es an der Stelle, Daß sich mein Herz entzünd' in mäß'ger Stärke, Doch wohl, daß ihr ein Theil der Gluth auch quelle.
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