German poem
Neunzigstes Sonett: [Aus gottvergess'nem Babylon, von wannen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Aus gottvergess'nem Babylon, von wannen Die Scham entflohn und alles Segens Keime, Heimath der Schmerzen, Mutter eitler Träume, Mußt' ich mich, wollt' ich leben, selbst verbannen. Hier steh' ich einsam, und, wie Amor dannen Mich lenkt und leitet, samml' ich Vers' und Reime Und Blüth' und Kraut, sprechend mit mir, und träume Von bess'rer Zeit. Nur das kann mich ermannen. Nicht frag' ich viel nach Volk und Glückes Scheine, Noch nach mir selbst, noch andrem eiteln Dinge, Nicht drin noch draußen ich viel Wärm' empfinde. Nur zweye suchend, wollt' ich, daß die Eine Für mich ein friedlich duldsam Herz empfinge, Der Andr' auf festem Fuß, wie ehe, stünde.
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