German poem
Petrarca - Sonett 306
by Francesco Petrarca (1304–1374)
So oft umweht des müden Schläfers Bette Laura, der heil’ge Schatten, daß ichs wage Und was ich leid’ und was ich litt, ihr klage, Was, weil sie lebt’, ich nie gewaget hätte.
Mit einem Blick begann des Leidens Kette, Mit solchem Blick beginnt, was ich ihr sage. Dann klag’ ich, wie mich Amors Quaal zernage, Wie nichts den Armen und Zufriednen rette.
Sie schweigt und heftet ihre frommen Blicke Auf mich voll Mitleid, seufzt und sanfte Zähren Ergießen sich zum Schmucke ihrer Wangen.
Die Seele, mir vom Schmerze neu befangen, Kann nicht der heft’gen Klage sich erwehren, Und kehrt erwachend zu sich selbst zurücke.