German poem
Petrarca - Sonett 81
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Als Cäsar einst aus des Verräthers Hand Des großen Feind’s geehrtes Haupt empfangen, Fühlt’ er von Freud’ und Jubel sich befangen, Ob heuchelnd gleich sein Blick voll Thränen stand.
Und Hannibal, als nun sein Vaterland Das grause Schicksal traf, das ihm verhangen, Lacht’ er im Kreis der Thränenvollen, Bangen, Und barg den Grimm, in dem sein Herz entbrannt.
Und so verhüllt sich stets im Trauerkleide Die Lust — das Herz, vom grimmen Schmerz entglüht, Leiht sich verbergend das Gewand der Freude.
So berg’ ich durch mein Lachen, durch mein Lied Zuweilen, was ich tief im Busen leide, Weil jeder andre Weg sich mir entzieht.