German poem
Sechs und achtzigstes Sonett: [Verfolgt von Amor nach bekannten Weiten]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Verfolgt von Amor nach bekannten Weiten, Wie Einer, den ein naher Krieg erschrecket, Der klug die Pfade rings sperrt und verstecket, Stand ich, bewehrt mit Bildern alter Zeiten, Und sahe einen Schatten, den zur Seiten Die Sonne warf und an der Erd' entdecket Ich sie, die, wenn kein Truggebild mich necket, Mehr werth war, mit Unsterblichen zu schreiten. Ich sprach: »Mein Herz, was soll dein Grausenkünden?« Doch kaum war der Gedanke mir gekommen, Als Strahlen, mir verderblich, niederglommen. Wie Blitz und Donner sich zugleich entbinden, So nahte mir ein süßer Gruß zusammen Mit zweyer schönen Augen lichten Flammen.
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