German poem
Sechs und sechszigstes Sonett: [Da nicht sobald mein Hoffen zu erreichen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Da nicht sobald mein Hoffen zu erreichen, Und so behend das Leben dannen gehet, Wollt' ich, ich hätte bess're Zeit erspähet, Schneller, als im Galoppflug zu entweichen. Nun muß gelähmt ich und ermattet schleichen Vom Ort, nach dem mich Sehnsucht hingedrehet, – Wohl sicher nun; doch im Gesicht noch stehet Der liebenden Begegnung altes Zeichen. Drum rath ich euch, die ihr noch Wandersleute, Lenkt ein! Und ihr, die Lieb' entzündet innen, O wartet nicht, bis letzte Gluthen schmerzen! Denn leb' ich auch, doch Tausend nicht entrinnen. Wohl stand auch meiner Feindinn Kraft zur Seite; Doch sah ich sie verwundet tief im Herzen.
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