German poem
Sechs und siebenzigstes Sonett: [Orso, wohl kann man Eurem Roß anlegen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Orso, wohl kann man Eurem Roß anlegen Zaum und Gebiß, so ab vom Lauf es kehret; Allein das Herz? Wer bindet's, wenn geehret Es sich begehrt und haßt, wer ihm entgegen? – Klagt nicht! Es raubet keiner ihm deswegen Den Werth, weil Euch das Gehen ist verwehret; Denn, wie der öffentliche Ruf uns lehret, Ist's da bereits, wie Andr' auch eilen mögen. Wenn auf dem Kampfplatz nur zu rechten Zeiten Es ein sich stellt von Waff' und Wehr umfangen, Die Alter, Tugend, Lieb' und Blut gegeben, Rufend: »Mich treibt ein adelig Verlangen Nebst meinem Herrn, der mich nicht kann begleiten, Und sich verzehrt, daß er muß ferne leben!«
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