German poem
Sechs und fünfzigstes Sonett: [Nicht Polyklet nach jahrelangem Spähen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Nicht Polyklet nach jahrelangem Spähen Und All', die mit ihm gleiche Höh' erklommen, Nicht hätten sie das Kleinste wahrgenommen Der Schönheit, die mein Herz erfüllt mit Wehen. Mein Simon aber war in Himmelshöhen, Von wo die hohe Donna hergekommen; Da hat er ihre Züge aufgenommen, Daß wir hier unten auch ihr Antlitz sähen. Für die gut, so im Himmel solches Leben Begreifen können; nicht, wo Erdenglieder Mit ihrem Schleyer rings die Seel' umfahen. Was er da gab, nicht konnt' er mehr es geben, Als er empfunden Kält' und Wärme wieder, Und seine Augen Sterbliches nur sahen.
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