German poem
Vierzehntes Sonett: [Mir träufeln bittre Thränen von den Wangen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Mir träufeln bittre Thränen von den Wangen, Angstvoll beginnt der Seufzer Sturm zu wehen, Geschieht es, daß nach euch die Augen sehen, Durch die allein der Welt ich bin entgangen. Wahr ist's, es muß mein glühendes Verlangen Vor süßem Lächeln allgemach vergehen; Gerettet muß ich aus der Gluth erstehen, Wenn meine Blicke forschend an euch hangen. Doch bald zu Eis erstarren die Gedanken, Seh' ich beym Scheiden, wie mit holder Sitte Ihr von mir lenket meine Schicksalsterne. Oeffnen der Liebe Schlüssel dann die Schranken, Entflieht die Seel', und aus des Herzens Mitte Folgt sie gedankenschwer euch in die Ferne.
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