German poem
Vier und vierzigstes Sonett: [Die Wangen, die dem Weinen längst erliegen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Die Wangen, die dem Weinen längst erliegen, Laßt, lieber Herr, sich auf das Eine neigen; Seyd mit Euch karger dem, der, die ihm eigen, Streng zu entfärben, findet ein Vergnügen. In linker Hand das Zweyte, schließt den Zügen Der Bothen ihr den Weg, so ihm ersteigen, Die gleich im Jänner und August Euch zeigen, Weil langem Weg die Zeit nicht will genügen. Und einen Kräutersaft trinkt mit dem Dritten, Der Alles, was das Herz betrübt, zerstreue, Am Ende süß, im Anfang schwer gelitten. Mich stellt dahin, wo Freude wohnt inmitten, Daß ich den Steuermann des Styx nicht scheue, Wenn nicht zu übermüthig solch' ein Bitten.
More by Francesco Petrarca
- Vier und fünfzigstes Sonett: [Die schönen Augen, die mich also trafen]
- Vier und neunzigstes Sonett: [Sechszehntes Jahr der Seufzer ist verronnen]
- Vier und sechszigstes Sonett: [Ich werde immerdar das Fenster hassen]
- Vier und siebenzigstes Sonett: [Ich bin des Harrens nun so müd', umrungen]
- Vier und zwanzigstes Sonett: [Je mehr dem letzten Tage naht mein Leben]
- Viertes Sonett: [Wenn meine Seufzer euch zu nennen steigen]
- Vierzehntes Sonett: [Mir träufeln bittre Thränen von den Wangen]
- Vierzigstes Sonett: [Wohl hab' ich dich, so weit ich es im Stande]