German poem
Zwey und fünfzigstes Sonett: [Ich weiß, daß, wie sich Menschensinne brüsten]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Ich weiß, daß, wie sich Menschensinne brüsten, Sie, Amor, doch nichts gegen dich vermögen; So viel Meinwort' und Schlingen allerwegen Hab' ich erfahren, so viel arge Listen. Doch (was mich wundert) in den letzten Fristen – Ich red' als Einer, dem daran gelegen, Und hab's bemerkt dort auf den salz'gen Wegen Bey Elba's, Giglio's und Toscana's Küsten – Floh ich vor deiner Hand, mich zu ermannen; Allseits verfolgt von Himmel, Sturm und Wogen, Zog unbekannt und pilgernd ich von dannen, Als deiner Diener Schar (weiß nicht von wannen) Mir zu beweisen kam, gleich sey betrogen, Wer mit dem Glück kämpft, wer sich ihm entzogen.
More by Francesco Petrarca
- Zwanzigstes Sonett: [Es klagt' Amor und ich mit ihm der Schickung]
- Zwar, mein Italien, bleiben, was wir sagen
- Zwey und achtzigstes Sonett: [Das in euch Blüthen trieb, der Tugend Weben]
- Zwey und dreyßigstes Sonett: [Wenn seinem Heimathland der Baum entfliehet]
- Zwey und neunzigstes Sonett: [Voll jener Süße, die, nicht auszudrücken]
- Zwey und sechszigstes Sonett: [Stets liebt ich ihn und mag wohl jetzt noch lieben]
- Zwey und siebenzigstes Sonett: [Wann durch das Aug' in Herzens Grund gestiegen]
- Zwey und vierzigstes Sonett: [Wenn ich mit Blindheit, die das Herz versehret]