German poem
Zweyhundert drey und dreyßigstes Sonett: [Augen, verhüllt ist unsrer Sonne Glühen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Augen, verhüllt ist unsrer Sonne Glühen, Ja strahlend ward zum Himmel sie erhöhet. Da sehn wir einst sie wieder; harrend stehet Sie dort und klagt vielleicht, daß wir verziehen. Ihr meine Ohren, andrem Ohr' erblühen Die Engelsworte, das sie baß verstehet; Ihr Fuße, euer Recht dahin nicht gehet, Wo sie, die euch gemacht so viel der Mühen. O daß ihr diesen Kampf mir drum erließet! Durch mich nicht habt ihr den Besitz des Schönen, Sein Sehen, Hören, Finden eingebüßet. Tadelt den Tod; doch preiset vielmehr jenen, Der knüpft und löst, öffnet zugleich und schließet, Und der auch froh zu machen weiß nach Thränen.
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