German poem
Zweyhundert und siebentes Sonett: [Die Luft, die grünen Lorbeer sanft beweget]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Die Luft, die grünen Lorbeer sanft beweget, Und goldenes Gelock, erseufzend leise, Mit solchen Anblicks neu-holdsel'ger Weise Seelen hinweg aus ihren Leibern träget. O weiße Ros', in rauhem Dorn geheget, Wann kommt, der deines Gleichen find' im Kreise, Stolz unsrer Zeit? – Gib, Vater, daß die Gleise Der Erd' ich lass', eh' Ihre Stunde schläget! Daß ich nicht seh' das allgemeine Klagen, Der Welt ihr einzig Sonnenlicht entrissen; Den Augen, die kein andres Licht ertragen; Der Seele, die von Anderm nichts mag wissen; Und Ohren, die nach Anderm wenig fragen, Sollen Ihr süßes, frommes Wort sie missen.
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