German poem
Zweyhundert und neunzigstes Sonett: [Dies morsch hinfäll'ge Gut, dies flücht'ge Scheinen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Dies morsch hinfäll'ge Gut, dies flücht'ge Scheinen, Schönheit genannt, Wind, Schatten zu vergleichen, War nimmer, als in dieser Zeit Bereichen, In Einem Leib vereint; drob muß ich weinen. Obwohl mit Recht Natur nicht pflegt, für Einen Viel' arm zu machen, Alles ihm zu reichen, Goß sie auf Ein' itzt all' der Milde Zeichen; – Verzeih', wer schön ist, oder die es meynen. Nie gab es solche Schön', alt' oder neue, Noch kehrt sie je; doch war sie so umwoben, Daß kaum die irre Welt sie wahrgenommen. Bald schwand sie dannen; drum ich hoch mich freue Des hellern Auges, mir verliehn von oben, Nur zu gefallen ihrem Blick, dem frommen.
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