German poem
Zweyhundert und fünfzigstes Sonett: [Die Augen und der Arm' und Füße Ründung]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Die Augen und der Arm' und Füße Ründung, Antlitz und Hände, die ich ohn' Ermüden Besprach, die von mir selber mich geschieden Und mich entzogen jeglicher Verbindung! Des lichten Lockengoldes krause Windung, Des freundlich hellen Lächelns Himmelsfrieden, Die Paradies' erschufen einst hienieden, Sind wenig Staub nun worden ohn' Empfindung. Ich aber leb', und Gram und Zorn ich nähre, Daß mir mein heißgeliebtes Licht entwendet In großem Sturm, auf steuerloser Fähre. Hier sey denn nun mein Liebessang geendet, Des Geistes Ader starrt in trockner Leere, Und meine Laut' ist Thränen zugewendet.
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