German poem
Zweyhundert und fünftes Sonett: [Schlimmes bedrängt mich, Schlimmeres ich sehe]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Schlimmes bedrängt mich, Schlimmeres ich sehe, Und einen Pfad zu ihm, gar breit und eben; In gleichen Wahnsinn hab' ich mich ergeben, Mit dir befangen in demselben Wehe. Weiß nicht, ob ich um Krieg, um Frieden flehe; Schwer ist der Schaden; bös, in Schande leben. Doch warum zagen? – Will nicht widerstreben Des Ew'gen Rathschluß, was mir auch geschehe. Zwar bin ich würdig nicht der Ehr' und Güte, So du mir angethan; dich täuscht dein Minnen, Das auch gesundes Aug' oft falsch läßt sehen. Doch himmelwärts zu heben mein Gemüthe, Ist mein Entschluß, zu spornen Herz und Sinnen; – Kurz ist die Zeit und langer Weg zu gehen.
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