German poem
Zweyhundert und viertes Sonett: [Du grüne Höh' mit schatt'gen Blüthenbogen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Du grüne Höh' mit schatt'gen Blüthenbogen, Wo singend ruht, oder in sich gekehret Von ew'gen Geistern Zeugniß uns gewähret Sie, die der Welt all' ihren Ruhm entzogen; Mein Herz, das ihretwegen mir entflogen, Und weislich thut und mehr, so nie es kehret, Sucht, wo das Gras, vom schönen Fuß geehret Aus diesen Augen Feuchtigkeit gesogen. Es seufzt und spricht bey jedem Schritt mit Greinen: »Ach, wär' ein Weilchen hier des Grams Geselle, Der müde schon vom Leben und vom Weinen!« Sie lachet, und verschieden sind die Fälle; Herzlos gleich' ich dem Stein', du Edens Hainen, O glückliche, o heil'ge, süße Stelle!
More by Francesco Petrarca
- Zweyhundert und sechszigstes Sonett: [Mich hob dahin der Geist auf fernem Gleise]
- Zweyhundert und siebentes Sonett: [Die Luft, die grünen Lorbeer sanft beweget]
- Zweyhundert und siebenzehntes Sonett: [O könnt' ich doch der Rach' an ihr genesen]
- Zweyhundert und siebenzigstes Sonett: [Nicht Sterne, die durch heitre Höh'n sich schwingen]
- Zweyhundert und vierzehntes Sonett: [O süße Blick', o Wörtlein klug gewendet]
- Zweyhundert und vierzigstes Sonett: [Glücklicher Geist, den oft ich sehe kehren]
- Zweyhundert und zehntes Sonett: [Wie wird mir bang, tritt vor die innern Sinnen]
- Zweyhundert und zwanzigstes Sonett: [Stets sucht' ich Einsamkeit vor allen Dingen]