German poem
Zweyhundert vier und vierzigstes Sonett: [Könnt' mahlen ich der Seufzer lindes Weben]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Könnt' mahlen ich der Seufzer lindes Weben Von ihr, der Herrinn, nun in Himmelshöhen, Die hier noch scheint zu fühlen und zu gehen, Zu athmen und zu lieben und zu leben, – O, wecken müßt' es heißer Sehnsucht Beben; So kehrt mit liebend-eifersücht'gem Spähen Sie, fürchtend, mich ermatten noch zu sehen, Und rückwärts oder nach der Linken streben. Grad' aus weist sie, und ich, der wohl ergründet Ihr keusches Locken und die frommen Bitten Mit süßem, ernst- und liebendem Belehren, Muß richten mich nach ihr bey allen Schritten, Von ihrer Rede Süßigkeit entzündet, Die einem Felsen wohl entlockte Zähren.
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