German poem
Zweyhundert zwey und neunzigstes Sonett: [Der einst besiegt mit Duft und Farbenprangen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Der einst besiegt mit Duft und Farbenprangen Den Orient, wo Düft' und Lichter fluthen Durch Laub und Blüth' und Frucht, drum alles Guten Und Herrlichen der West den Preis empfangen, Mein süßer Lorbeerbaum, wo eingegangen Einst alle Schönheit, all' der Tugend Gluthen, Sah, wie mein Herr und meine Göttinn ruhten Ehrbar von seinem Schattendach umfangen. Auch ich wob in des Baumes Heiligthume Mir ein Gedankennest; glühend und frierend In Flamm' und Frost mußt' ich mich glücklich ehren. Voll war die Welt von ihrem ew'gen Ruhme; Da nahm sie Gott, mit ihr den Himmel zierend; Und werth auch war sie es, ihm zu gehören.
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