German poem
Zweyhundert zwey und zwanzigstes Sonett: [Welche der Frau'n nach hohem Ruhme strebet]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Welche der Frau'n nach hohem Ruhme strebet, Den Weisheit, Kraft, Holdseligkeit begründen, Wird ihn in meiner Feindinn Augen finden, Welche die Welt als meine Frau erhebet; Wie Ehre sich erwirbt, in Gott sich's lebet, Wie Anmuth sich und Ehrbarkeit verbinden, Man lernt es da; und wie aus Erdengründen Zum Himmel, der sie wünscht, grad auf man schwebet; Die Red' auch, so kein Griffel je erreichet, Und schönes Schweigen und das fromme Pflegen, Die zu beschreiben weiß kein menschlich Sinnen. – Blendende Schönheit, der sich nichts vergleichet, Lernt da sich nicht; denn süßer Lichter Regen Ist Himmelsgabe, kann nicht Kunst gewinnen.
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