German poem
O hätte Deiner Seele erstes Wählen
by Franz von Dingelstedt (1814–1881)
O hätte Deiner Seele erstes Wählen Statt meiner einen Besseren getroffen Und hätten wir uns nimmermehr gefunden! Der Frühling soll dem Herbst sich nicht vermählen, Und die Enttäuschung nicht dem gläubgen Hoffen; Wie wirst Du, wenn Dein kurzer Rausch entschwunden, Erwachen, wann gesunden? Du weißt nicht, was Du tust. Stets fester rankst Du Im jungen Triebe Dich um Schutt und Steine; Wenn diese brechen über Nacht, dann schwankst Du Zerrissen hin und schutzlos, arme Kleine! Nein, Rosen sollen nicht aus Trümmern sprossen, – Geh, such Dir einen anderen Genossen!
More by Franz von Dingelstedt
- Nacht war's, im Wagen schnarchten die Genossen
- Noch einen Strahl, eh' in dem Wogenbette
- Nun ist auch erloschen der letzte Schein
- Nun sei geleert die bittre Abschieds-Schale
- O Meer, o heil'ges Meer! Nach deiner Frische
- O wunderreiche Stadt der Neuhellenen
- Schlenderte eines Tags verlassen
- Sehn Sie, Bester, dort ums Eck