Versos German Friederike Kempner Das Mädchen an der Donau

German poem

Das Mädchen an der Donau

by (1828–1904)

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Genrebild.

Frischer strahlt im Morgenglanze Uns're junge Erde noch, Und das Mädchen pflückt zum Kranze, Klettert auf der Berge Hoch.

Schön ist's auf der Berge Rücken, Schön im schatt'gen Thalesgrund, Und es lächelt voll Entzücken Still des Mädchens kleiner Mund.

Auf der Höhe steh'n noch Reben, Von der Trauben Zahl gebückt, Und ein Körbchen dicht daneben, Dem das Mädchen näher rückt.

Schnell sie nimmt und stecket denkend Von den Beeren in den Mund, Und das kleine Köpfchen senkend, Blickt sie abwärts in den Grund.

Bricht noch saft'ge Trauben viele, Vollgepflückt schon's Körbchen steht, Doch sie ist noch nicht am Ziele, Still und rasch sie weiter geht.

Zu dem Strome, der hinunter In die weite Eb'ne eilt, Unser Mädchen, rasch und munter, Gern beim wilden Strom verweilt.

Heller strahlen ihre Blicke, Fröhlich färbt die Wange sich, Und auf ein'ge Augenblicke Setzt das wilde Mädchen sich.

Stiert hinunter in die Welle, Stiert hinunter in die Fluth, In den Augen spiegelhelle, Eine schöne Thräne ruht.