Versos German Friedrich Hofmann Das Glück unter’m Weihnachtsbaum

German poem

Das Glück unter’m Weihnachtsbaum

by (1813–1888)

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Heil’ge Nacht, du aller Feiern Krone, Sonnenfest der grauen Väterzeit, Durch das Kreuz dem größten Menschensohne Und der deutschen Kinderschaar geweiht, Aller Wonnen reinste Bringst du durch das Aermste, Kleinste Gnadenreich der Welt im Winterkleid.

Kinderlippen, schwache Kinderhände, Aeuglein, unschuldsvoll und sonnig, sind Heut die Träger einer Himmelsspende, Die sich segnend durch das Leben spinnt. Alle Schätz’ erbleichen, Ist im Prunkgemach des Reichen Nicht der höchste Reichthum heut – ein Kind.

Armer Reicher, stehst du so verlassen In dem öden, kinderleeren Raum? Sieh, der Reichthum winkt auf allen Gassen! Und du ahnst des Glückes Nähe kaum. Wimmert’s dort nicht leise? Drück an’s Herz die arme Waise, Und dein Glück erblüht am Weihnachtsbaum.