Versos German Friedrich Hofmann Ein Geburtstagswunsch für Herzog Ernst von Coburg-Gotha

German poem

Ein Geburtstagswunsch für Herzog Ernst von Coburg-Gotha

by (1813–1888)

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Es trübt sich zu, der Himmel blickt Von Wolken schwer zur deutschen Erde. Wenn Gott uns jetzt ein Wetter schickt – Wer kündet, wie es enden werde? Ist unten doch wie oben Spiel Des leichten Sinns und Frevels Mode! Es steckt die Hast sich Ziel an Ziel Und hetzt die deutsche Kraft zu Tode.

Die jubeln in den Tag hinein Ob unsers Siegs vor fünfzig Jahren – Und sehen nicht den Feuerschein Der tückisch züngelnden Gefahren. Sie ziehen stolzerfüllt von Fest Zu Fest mit schwarz-roth-goldnen Fahnen, So weit man die sie tragen lässt – Nur was uns droht, will Keines ahnen.

Und Jene sä’n der Zwietracht Gift In’s eigne Land, den Muth zu brechen, Der, wenn des Unglücks Pfeil sie trifft, Allein sie retten kann und rächen. Sie stützen keck im Hinterhalt Ein fremdes Haus, für das sie wachen – Und wissen nicht, wie bald, wie bald Des eignen Hauses Balken krachen!

In solcher wetterschwülen Zeit Erhebt den Geist der tief Gebeugten Ein Fürstenherz, dem Volk geweiht, Ein Mannesang’ voll Wetterleuchten. An Ihm hebt sich das Volk empor, Auf daß es fest zu halten wage, Was es so bitter oft verlor: Die Hoffnung bessrer deutscher Tage.

Um dieses Trostes willen kann Des Herzens Stimme heut nicht schweigen, Es sei mein Lied Dir, Fürst und Mann, Vom Volkesdank ein kleines Zeichen. Der Himmel führe Deinen Geist Und Du das Volk des Heiles Pfade, Daß segnend einst die Welt Dich preist: Er war ein Fürst „durch Gottes Gnade“!