German poem
Du standst in dich verhüllt gleich einem jungen
by Friedrich Rückert (1788–1866)
Du standst in dich verhüllt gleich einem jungen Frühlinge, der sich selbst noch nicht empfunden; Ich kam und brachte deines Lenztums Kunden Dir erst durch meiner Blicke Flammenzungen.
Aufwachtest du aus deinen Dämmerungen, Und stehest jetzt, in freier Blüt' entbunden, Siegatmend da. Was hab' ich Lohn gefunden, Daß ich zuerst den Lenz dir angesungen?
Die Lerche darf ins Saatfeld, wo sie schwirrte, Die Nachtigall ins Buschwerk, wo sie lockte, Die Schwalbe, wo sie sang, ans Dach von Moose
Ihr Nest sich baun. O du, um die ich girrte, Mir Dach und Busch und Saatfeld, o verstockte, Wo soll ich nisten, als in deinem Schoße?
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- Du meine Seele, du mein Herz
- Du sagst: Die Rose blüht, es singt die Nachtigall
- Du sondre stolz und kalt dich nicht von der Gemeine
- Du sprichst, o Freund: O Freund, laß dich belehren
- Du wandelst ober der Sonne
- Du wärest gerne reich, umhäuft von Überfluß
- Du warest klein, und kleine Blumen schling' ich
- Du warest mein Gast in der guten Zeit