German poem
Wenn zur Thür herein
by Friedrich Rückert (1788–1866)
Wenn zur Thür herein Tritt dein Mütterlein Mit der Kerze Schimmer, Ist es mir als immer, Kämst du mit herein, Huschtest hinterdrein Als wie sonst in's Zimmer. Träum' ich, bin ich wach, Oder seh' ich schwach Bei dem Licht, dem matten? Du nicht, nur ein Schatten Folgt der Mutter nach. Immer bist du, ach, Noch der Mutter Schatten.
Wenn dein Mütterlein Tritt zur Thür herein, Und den Kopf ich drehe, Ihr entgegensehe, Fällt auf ihr Gesicht Erst der Blick mir nicht, Sondern auf die Stelle Näher nach der Schwelle, Dort wo würde dein Lieb Gesichtchen sein, Wenn du freudenhelle Trätest mit herein Wie sonst, mein Töchterlein, O du, der Vaterzelle Zu schnelle Erlosch'ner Freudenschein!
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