German poem
Ich verbrenne, weil du mich verlassen
by Hafis (1326–1389)
Ich verbrenne, weil du mich verlassen; Wende ab von Grausamkeit den Blick!
Trennung ward mein Missgeschick hienieden: Wende ab, o Herr, das Missgeschick!
Auf dem grünen Gaul des Firmamentes Glänzet hell der Mond in seinem Lauf;
Doch, damit er schnell zu Boden stürze, Schwinge du dich auf dein Pferd hinauf!
Tritt, um Glauben und Verstand zu plündern, Aus dem Haus in holder Trunkenheit;
Setze schief dir auf das Haupt die Mütze, Und verschiebe auf der Brust das Kleid!
Schüttle das gelockte Haar! ich meine: Trotze selbst den Hyacinthen dreist,
Mit dem Rauchfass kreisend um die Wiese Wie um sie das Morgenlüftchen kreist.
Du o Licht der Augen der Berauschten! Ich verschmachte in des Harrens Qual:
Streichle denn die Harfe, die betrübte, Oder mache kreisen den Pocal!
Da der Zeitlauf auf die holde Wange Eine schöne Schrift geschrieben dir,
O so wende, Herr, der Bosheit Lettern Ab von Jenem, der so theuer mir!
Nur so viel, nicht mehr ist's, was die Schönen Dir, Hafis, bestimmten als dein Loos;
Bist du aber nicht damit zufrieden, Änd're denn was das Geschick beschloss.
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