German poem
Liebesspiele, jugendliche Reize
by Hafis (1326–1389)
Liebesspiele, jugendliche Reize, Wein, an Farbe dem Rubine gleichend,
Traute Kränzchen, gleichgesinnte Zecher, Eine Trinklust, nie ihr Ziel erreichend;
Holde Schenken mit dem Zuckermunde, Frohe Sänger, süss zu sprechen wissend,
Tischgenossen redlichen Gemüthes, Laut're Freunde, guten Ruf's geniessend;
Ein Geliebter der durch Mild' und Reinheit Selbst den Lebensquell zum Neid bewegte,
Und ein Herzensräuber dessen Schönheit Selbst des Vollmond's Eifersucht erregte;
Ein Gelag das jedes Herz erfreuet, Wie ein Köschk im hohen Paradiese,
Rings umhegt von einer Rosenlaube, Wie des Heilgebäudes Gartenwiese;
Eine Reihe gutgesinnter Gäste, Feine Männer auf den Ehrenplätzen,
Freunde die Geheimes treu bewahren, Zechgesellen die die Freunde schätzen;
Wein, so roth wie Rosen, kräftig, bitter, Und verdaut mit Leichtigkeit und Schnelle,
Dem, als Kost, sich der Rubin des Holden, Und der Onix der da schwätzt geselle;
Schenkenwimpern die die Schwerter zücken, Und zur Beute die Vernunft verlangen,
Schöne Locken die als Netze dienen Um die Herzen schlau darin zu fangen;
Ein gar feiner, launiger Geselle Wie Hafis, der süsse Lieder singet,
Und ein Edler der verzeihen lehret Wie Kăwām, des Geistesfackeln schwinget;
Wer sich solchen Umgang nicht verlanget, Dessen Lust soll sich in Leid verkehren;
Wer nach solchem Hochgenuss nicht strebet, Dessen Leben soll nicht länger währen!