German poem
So oft ich auch den Ärzten
by Hafis (1326–1389)
So oft ich auch den Ärzten Mein Leiden mitgetheilet,
Die Fremdlinge, die armen, Hat Keiner noch geheilet.
Des Liebeskästchens Siegel Blieb nimmer unversehret:
Nie werde Nebenbuhlern, O Herr, ein Wunsch gewähret!
Zur Rose die stets weilet In eines Dornes Krallen
Sprich: »Mögest du erröthen Vor holden Nachtigallen!«
O Herr, lass mich nicht früher Erliegen dem Geschicke
Als auf der Freunde Wange Der Freunde Auge blicke!
Woran ich heimlich leide Musst' ich dem Freund erzählen:
Unmöglich ist's dem Arzte Sein Leiden zu verhehlen.
Soll länger noch, o Prasser, Am Tische, der mit Gaben
Besetzt ist deiner Liebe, Ich keinen Antheil haben?
Es hielten nicht die Menschen Hafisen für bethöret,
Hätt' er auf die Ermahnung Gebildeter gehöret.