Versos German Hafis Wenn ich als Diener auch

German poem

Wenn ich als Diener auch

by (1326–1389)

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Wenn ich als Diener auch Des Kaisers mich bekunde,

So bin ich Kaiser doch Im Reich der Morgenstunde.

Im Ärmel einen Schatz, Den Beutel leer gelassen,

Bin ich das Wunderglas Und bin der Staub der Strassen

Von Ruhe nüchtern zwar, Allein von Hochmuth trunken,

Bin ich der Einheit Meer Und bin in Schuld versunken;

Und lässt das Liebchen »Glück« Den Blick hold auf mir hangen,

Bin ich, dem Monde gleich: Der Spiegel seiner Wangen.

Bei'm König wachen Glück's Bin ich durch alle Nächte

Als Wächter aufgestellt Für seine Kronenrechte.

Sag' ihm: »Zu Nutze mög'st Mein Streben du dir machen,

Denn ruhig schlummerst du, Und meine Augen wachen.«

Mănssūr, der König, ist Vom Orte unterrichtet

Nach dem ich das Gesicht Des Strebens hingerichtet.

Aus Blut ein Leichentuch Bestimme ich den Feinden;

Doch der Erob'rung Kleid Bereite ich den Freunden.

Die Farbe des Betrug's Befleckt nicht meine Wange:

Ich bin der rothe Leu Und bin die schwarze Schlange.

Sprich: »Was Ihr ausgeborgt Das gebt zurück Hafisen!«

Du selbst gestand'st es ja Und ich, ich hab's bewiesen.