Versos German Hafis Wenn mich auch die Sorge quälet

German poem

Wenn mich auch die Sorge quälet

by (1326–1389)

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Wenn mich auch die Sorge quälet, Dass die Gegner auf mich schmähen,

Werd' ich doch des Rausches Reize Nie vor mir verschwinden sehen.

Schnöd ist selbst die Tugend Jener Die im Zechen Schüler heissen;

Kann da ich, der Weltverruf'ne, Frommer Werke mich befleissen?

Nenne mich Vernunftberaubten, Einen König wirrer Köpfe:

Bin ich auf der ganzen Erde Doch der grösste aller Tröpfe.

Mal' mit Herzblut mir ein Zeichen Auf die Stirn, damit man wisse

Dass ich, ein bestimmtes Opfer, Dir, o Ketzer, fallen müsse.

Traue mir; dann aber ziehe Eilends fort, um Gotteswillen!

Wüsstest sonst dass diese Kleider Einen Nicht-Děrwīsch verhüllen.

Eile, Wind, mein blutend' Liedchen Einem Freunde vorzutragen

Der mir in die Seelenader Wimpernflieten eingeschlagen.

Heb' den Saum auf vor dem Blute Meines Herzens; du begreifest

Dass du selber dich besudelst Wenn du an die Wunde streifest.

Hab' als Scheïch und hab' als Zecher Nichts zu schaffen mit den Leuten:

Selbst bewahr' ich mein Geheimniss Und begreife meine Zeiten.