German poem
Du angenehmer Häyn voll stiller Einsamkeiten
by Hans Assmann von Abschatz (1646–1699)
Du angenehmer Häyn voll stiller Einsamkeiten/ Wie süß und lieblich bist du mir! Was mein betrübter Mund verschweigen muß bey Leuten/ Das bringt er ohne Scheu den stummen Bäumen für.
Ein andrer sey bemüht zu bergen seine Plagen/ Verschliesse schweigend seine Zeit; Ich werde dir hinfort mit heller Stimme sagen/ Was meinen Geist versenckt in schweres Hertzeleid.
Die Kinder leichter Lufft/ so um die Bäume stecken/ Wenn ich beginn ein Trauer-Lied/ Verändern ihren Schall alsbald auff deinen Hecken/ Seyn zu beklagen mich durch gleichen Thon bemüht.
Der heisre Widerhall in deinen Wüsteneyen Verdoppelt seinen Leid-Gesang/ Nicht/ daß er seine Lieb und Schmertzen will beschreyen/ Nur daß er meine Klag und Seufftzer mache lang.
Die Bäche welche sonst in ihrer Ordnung fliessen Durch das begrünte Blumen-Feld/ Die sieht man von sich selbst die Wiesen übergiessen/ Als wären sie von mir mit Thränen auffgeschwellt.
Der Eichen fester Stamm/ die Last der harten Steine/ Bewegt durch meine Pein und Qual/ Zerreist in Stück und springt in Drümmer/ wenn ich weine/ Zum Zeichen/ daß sie mich beklagen allzumahl.
Drum/ angenehmer Wald/ du Trotz der rauhen Winde/ Wie süß und lieblich bist du mir! Dieweil ich überall bey dir Erbarmen finde/ So leg ich iederzeit mein Seufftzen ab bey dir.
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