German poem
Ich habe an deiner Brüste Altar
by Hans Bötticher (1883–1934)
Ich habe an deiner Brüste Altar Die Nacht bei dir durchsonnen. Ich träumte unendliche Wonnen Im Zauberdufte aus deinem Haar.
Den Blütenstaub der Jugend am Leib, Lagst du mit fiebernder Stirne Als Fremde bei mir – – eine Dirne, Und warst ein halberblühtes Weib.
Und Tränen sah ich, so heimatfremd, So sündenschön verrinnen. Sie netzten ein schneeiges Linnen. Das glich einem Totenhemd.