German poem
An Laura
by Heinrich Kämpchen (1847–1912)
Unergründlich, wie die tiefste See, Sind, o Laura, deine schwarzen Augen. – Und mir ist so wohl, mir ist so weh, Und vor Lust und Schmerz ich fast vergeh’, Wenn ich schau’ in deine schwarzen Augen. –
Hast du, Laura, einen Blick für mich? Einen Kuß, denn meine Lippen brennen? – Heiß und feurig, Mädchen, lieb’ ich dich, Jedes andre Bild in mir verblich, Und der Tod nur kann uns wieder trennen. –
Seit ich dich zum ersten Mal geseh’n, Laura, war mein Schicksal auch besiegelt. – Du, nur du kannst diesen Drang versteh’n, Heiß und feurig, wie des Samums Weh’n, Und wie Lavagluten, ungezügelt. –
Deine Schönheit war der Götterstrahl, Der mein Herz zu solcher Glut entzündet. – Und nun bleibt mir anders keine Wahl: Harr’ in Hoffenslust und Sehnsuchtsqual, Bis dein Mund mir Gegenlieb’ verkündet. –