German poem
Bergmanns Los
by Heinrich Kämpchen (1847–1912)
Das ist des Bergmanns früher Tod: Er muß im Schacht Tagtäglich scharren um sein Brot In Dunst und Nacht. –
Ihn hält die mühevolle Schicht Vom Tage fern, Er mißt das gold’ne Sonnenlicht Und Mond und Stern’. –
Wühlt wie der Maulwurf immerfort Und scharrt und gräbt Im Kohlengang, am düstern Ort – Heißt das gelebt? –
Oft stürzt auf ihn mit Ungestüm Der Wasserschwall – Das Wetter dräut, das Ungetüm, Der Berge Fall. –
So ist sein Leben immerdar Bedrängt, bedroht, Und stets umwittert von Gefahr, Von Not und Tod. –
So macht er täglich seine Schicht In Stein und Kluft, Und gräbt beim trüben Lampenlicht Sich selbst die Gruft. –
So haut er tief im Erdenschoß, Für sich allein – Das ist des Kohlengräbers Los! Kann’s trüber sein?