German poem
Heinrich Heine
by Heinrich Kämpchen (1847–1912)
Und wirft man mein Bild aus dem Lorbeerhain, Ich selber zieh’ nicht von dannen – Sie können den toten Marmelstein, Doch den lebenden Geist nicht bannen. –
Sie hassen mich bitter, ich weiß es wohl, Und werden mich immer hassen, Ich bin’s gewohnt, und es kränkte mich, Wenn sie es wollten lassen. –
Es kränkte mich wie anderes nichts Und würde die Laune mir stören, So aber lache und spotte ich Bei ihrem Keifen und Rören. –
Das schöne Korfu im Griechenmeer War lange mir Heimat geworden, Bis daß gestorben die Kaiserin Und der Kaiser kam aus dem Norden. –
Ihr wißt, verschieden ist der Geschmack, So wie Verstand und Begabung – Was Galle und Ysop dem einen, das ist Dem anderen süße Labung. –
Mein Bild muß fort – mich haßt der Cäsar Und die Dichtungen meiner Leier, Weil ich in Vers und Prosa zu oft Gerupfet den Preußengeier. –
Doch scheid’ ich vom schönen Korfu auch Als Steinbild, ich trag’ es gelassen – Ich bleibe dort, ich bleibe hier, Sie können den Geist nicht fassen. –
Mein Lied, es tönt und klinget fort, Noch nach viel hundert Jahren – Ich bleibe hier, ich bleibe dort, Trotz allen Preußen-Cäsaren.