German poem
Unterschiede
by Heinrich Schäffer (1808–1874)
Die Liebste ist hellblond, Und ich bin brünett, – Sie wird immer schlanker, Und ich werde fett.
Sie nascht beim Conditor, Und ich trink a Bier, – Ich schiebe gern Kegel, Und sie spielt Klavier.
Ich mache gern Verse, Und sie malt in Oel, – Sie ist oft elegisch, Und ich bin fidel.
Sie hüllt sich in Seide, Doch Loden schützt mich, – Sie schwärmt jetzt für Ibsen, Für Scheffel bin ich.
Wir sind gar verschieden In Sitte und Brauch … Sie gleicht mir nur darin: Kein Geld hat sie auch!