Versos German Hermann von Gilm Der Schmetterling

German poem

Der Schmetterling

by (1812–1864)

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Ein Veilchen blühte still verborgen, Da fliegt ein Schmetterling vorbei Und setzt sich fern, sitzt bang voll Sorgen; Das Veilchen grüsst: „Recht guten Morgen!“ Und fragt, warum er traurig sei.

„Ich komm’ herauf von jener Heide, Da sind sie alle schön geschmückt Mit Gold auf ihrem Flügelkleide – Den stolzen Blumen ihre Freude – Nur mich hat keine angeblickt.

„Ich hab’ kein Gold auf meinem Flügel, Es hat’s der Mond, der Sterne Licht, Es hat’s der Baum auf jenem Hügel, Es hat’s der Bach auf seinem Spiegel – Nur ich bin arm, ich hab’ es nicht!“

Doch bei der ersten Sterne Schimmer Lag er beim Veilchen, duftberauscht, Und diese eine Nacht hätt’ nimmer Um all’ des Goldes Glanz und Flimmer Der arme Falter eingetauscht.