German poem
An Johann von Häring
by Johann Baptist von Alxinger (1755–1797)
O Jüngling, deine Geige Wie voll von Harmonie, Und unter deinen Fingern Wie lieblich tönet sie!
Jüngst, als dir die Versammlung Zuhorchete, mein Ohr Von deinen Zaubertönen Nicht Einen Ton verlor;
Dann Kenner und nicht Kenner Dich Spielenden erhob, Und zwanzig Fächer rauschten Zu meines Häring Lob;
Da jauchzt’ ich dir im Stillen, Da strahlete mein Blick Die Freude meiner Seele Und meinen Stolz zurück.
O Jüngling, deiner Geige Laß gleich dein Leben seyn: Es halle nie der Mißlaut Von einem Laster drein:
Weh dem, der im Allegro Der Mäßigung vergißt, Weh dem, der im Andante Zu weich, und kraftlos ist;
Das heißt, weh dem, deß Freude Gleich einem Sturme lärmt; Der zagend und unmännlich Sich in den Schmerzen härmt:
Drum, was dir auch im Busen Sich noch so mächtig regt, Acht auf den Takt gegeben, Den die Vernunft dir schlägt!